Streit und Vergesellschaftung

Warum streiten sich manche RennmĂ€use ĂŒberhaupt?

  • Nach dem Ausmisten (neuer Geruch, neues Revier)
  • Beide MĂ€use sind gleich alt und kommen zur selben Zeit in die PubertĂ€t
  • Gehege ist zu groß und zu komplex eingerichtet (ĂŒber 150cm LĂ€nge) oder zu klein (unter 100cm LĂ€nge)
  • Gehege ist in verschiedene Abteile getrennt und die MĂ€use mĂŒssen stĂ€ndig auf große Etagen
  • Langweile: Das Futter ist stĂ€ndig im Napf verfĂŒgbar, zu viel Futter wird gefĂŒttert. Wenig BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten usw.
  • Tiere werden stĂ€ndig aufgeweckt und jeden Tag wird im Gehege gewĂŒhlt oder auch tĂ€glich das Sandbad gesiebt
  • Auslauf wird ohne Verbindung zum Gehege angeboten
  • Beim Handling oder Transport werden beide RennmĂ€use getrennt (ĂŒber 10 Minuten kann schon kritisch sein – Aufpassen, wenn eine Maus ausgebĂŒchst ist. Testet vorher ob sie sich noch vertragen!
  • Eine oder beide RennmĂ€use sind krank oder haben Parasiten (nicht nur am Fell sondern auch Darmparasiten können die Ursache sein)

Trotz alledem gibt es nicht immer GrĂŒnde, manchmal passiert es einfach so. Es kann auch sein, dass RennmĂ€use 4 Jahre lang miteinander gelebt haben und sich von einem Tag auf den anderen nicht mehr riechen können.

Beachte bitte: Keine Rennmaus ist böse, es sind komplexe Verhalten, die sich die Tiere angeeignet haben um in freier Wildbahn zu ĂŒberleben. Meistens geht es ums Revier und die andere Maus zu verscheuchen - diese kann aber in einem Gehege nicht flĂŒchten.

RennmÀuse streiten sich, was tun?

Wird einfach nur gejagt?

Dann bitte nicht trennen sondern:
  • das Gehege ausrĂ€umen (Bis auf 5cm Streu, ein oder gar kein HĂ€uschen mit zwei EingĂ€ngen, Laufrad, Wasser, Futter, Klorollen). Sandbad derweil in einer weiten SchĂŒssel anbieten oder komplett weglassen.
  • gegeben falls das Gehege verkleinern (halbieren) oder in ein kleineres Gehege setzen
  • kurz zusammen in die Transportbox setzen
    • Beruhigen sich die Tiere bei einen dieser Schritte, sollten sie in dieser Wohnsituation eine Zeit lang bleiben (2 Stunden in der Transportbox, 1 Woche im kargen Gehege mit immer wieder NagebeschĂ€ftigung.)
      • dann langsam wieder Gehege vergrĂ¶ĂŸern und einrichten, jeden Tag eine Kleinigkeit, bis das Gehege wieder normal eingerichtet ist.
      Fangen sie erneut zu streiten an wider einen Schritt zurĂŒck gehen. Überlegt vielleicht, ob das Gehege zu komplex ist und man etwas Ă€ndern sollte.

      Streiten sie weiter oder ist eine Maus schon verletzt:

      • sollte komplett getrennt werden
      • Sie dĂŒrfen sich dabei nicht mehr riechen können - heißt beide in getrennte Gehege, gleiches Zimmer ist okay.
      • Ans Trenngitter bitte noch nicht setzen!
      Wunden heilen bei RennmĂ€usen in der Regel sehr schnell und mĂŒssen nicht zwingend untersucht werden (Schwanzverletzungen usw.) - verhaltet sich die Maus aber auch nach einem Tag immer noch apathisch oder entzĂŒnden sich die Wunden, schnell zum Tierarzt
      Tipp: Die MĂ€use sollten verletzt immer auf KĂŒchenpapier und ohne Sandbad sitzen, damit kein zusĂ€tzlicher Schmutz in die Wunde kommt.
      Nach 1 - 2 Wochen Pause können beide wieder neu vergesellschaftet werden: Man kann es wieder probieren sie zusammen zu bekommen oder fĂŒr beide einen neuen Partner suchen.

      Streit bei Gruppen mit mehr als 3 Tieren:

      • Rennmausgruppen sind unstabil, heißt alles ĂŒber 2 Tiere ist eine Risikohaltung und spricht nicht fĂŒr die Tiere.
      • Streiten 3 Tiere, sollte eine Maus einen neuen Partner bekommen, falls 2 davon noch friedlich miteinander sind.
      • Streiten 4 Tiere sollten sie so aufgeteilt werden, dass 2x2 Tiere zusammenleben. Nehmt euch viel Zeit und testet ob ĂŒberhaupt noch Tiere friedlich miteinander sind.
      • Die generelle Regel gilt immer alle MĂ€use in 2er Gruppen aufzuteilen und neue Partner fĂŒr die MĂ€use, die ĂŒbrig bleiben, zu finden.
      • Experimente die Gruppen wieder zusammen zu bringen, sind nicht im Sinne der Tiere, da es bei diesen komplexen Gemeinschaften bald wieder zum Streit kommt!

      Vergesellschaftung

      Kaum ein Thema ist so kontrovers wie die Vergesellschaftung, also das „ZusammenfĂŒhren“ von sich fremden Tieren. Hier haben sich viele Mythen und Vorurteile etabliert, auf die ich kurz eingehen möchte.

      ZunĂ€chst: RennmĂ€use sind keine Menschen! Sie erkennen andere MĂ€use nicht anhand ihres Aussehens oder deren Verhalten. Sie merken sich nur den Geruch! Zwei oder mehr MĂ€use zusammen bilden aus ihren EigengerĂŒchen den sogenannten Gruppengeruch. Dieser hat sich bei den kleinen Nagern als Überlebensstrategie bewĂ€hrt, keine fremde Maus (Konkurrent) kommt ihrem Klan zu nahe! Deshalb mĂŒssen sie langsam und mit viel Geduld aneinander gewöhnt werden.

      Es gibt leider kein Rezept, das immer glĂŒckt

      Mittlerweile gibt es unzĂ€hlige Methoden und Tipps. Wichtig ist, mit was ihr euch wohlfĂŒhlt! Ich kann euch hier meine Erfahrungen aufzeigen und wie ich die meisten meiner ĂŒber 250 Vergesellschaftungen gemacht habe.

      Allgemeine Regeln:

      • Startet eine Vergesellschaftung, wenn es geht am Morgen und am besten wenn ihr auch am nĂ€chsten Tag noch frei habt
      • Die MĂ€use dĂŒrfen 24 Stunden nach ZusammenfĂŒhrung nicht allein gelassen werden
      • Bei einer Vergesellschaftung niemals mit den bloßen HĂ€nden hineingreifen. Richtet euch ein StĂŒck Karton her und einen dicken Gartenhandschuh.
      • Vergesellschaftet immer nur eine Maus mit einer Maus (Ausnahme bei Ă€lterer Maus mit zwei Jungtieren)
      • LĂ€sst die Tiere nie ohne Vorbereitung einfach mal so zusammen – das kann tödlich enden!
      • Nach der Vergesellschaftung Gehege langsam einrichten, jeden Tag eine Sache bis das Gehege wieder im Normalzustand ist – erst dann ist sie geglĂŒckt!
      Jungtier-Einduftmethode (Jungtier mit erwachsenem Tier vergesellschaften)

      Die einfachste und schnellste Methode:

      Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man immer diese Konstellation probieren, da RennmÀuse etwa zwischen der 8. und 12. Woche am leichtesten zu Vergesellschaften sind. Sie werden von erwachsenen Tieren meistens nicht als Konkurrenz gesehen und die Kleinen ordnen sich sofort unter.

      Tipp: Das mit dem fehlenden Eigengeruch bei Jungtieren stimmt so nicht, er ist nur schwĂ€cher und kann leichter ĂŒberdeckt werden. Es geht eigentlich vermehrt um die GrĂ¶ĂŸe und das Verhalten des Jungtiers, das die Vergesellschaftung erleichtert.

      Vorbereitung:

      Man setzt die junge Maus in eine Transportbox und fĂŒgt das Nest der erwachsenen Maus hinzu. So lĂ€sst man die Kleine etwa 2-3 Stunden darin gemĂŒtlich einduften. Es geht auch ĂŒber Nacht um am Morgen zu starten.

      Nun riecht sie etwa wie die Große. Das Gehege der erwachsenen Maus wird komplett ausgemistet und das alte Streu weggeschmissen. Die Einrichtung muss nicht zwingend gereinigt werden. Es darf kein altes Streu in das neue Gehege.

      ZusammenfĂŒhrung:

      • Zuerst setzt man das junge MĂ€uschen ohne dem Nest ins neue Gehege. Hier sollte nur verteiltes Futter, Wasser, ein Laufrad, ein HĂ€uschen mit 2 EingĂ€ngen oder ein Hochstand verfĂŒgbar sein. 5cm Einstreu und viel zum Nagen. Klorollen bitte aufschneiden 😉
      • Dann kommt die erwachsenen Rennmaus so schnell es geht dazu, am besten in einer anderen Ecke des Geheges.
      • Bitte einen dicken Handschuh und Karton bereithalten, falls die MĂ€use anfangen zu beißen! Jetzt kann es gefĂ€hrlich werden! Niemals mit der bloßen Hand hineingreifen, RennmĂ€use sind hier instinktgetrieben, heißt sie erkennen in diesem Moment die Hand als Feind, egal von wem!
      • Sind beide zusammen, wird zumeist erstmal geschnuppert und das erwachsene Tier macht dem Kleinen Angst indem es sich aufbĂ€umt.
      • Es kann aber auch einfach ruhig vonstattengehen.
      • Das Jungtier wird immer wieder verjagt, kann jedoch an einer Stelle rasten und sich unaufĂ€llig verhalten. Es versucht zu Beschwichtigen und piept die erwachsene Maus an. Diese dampft dann in der Regel wider ab.
      • Manchmal dauert es 1-2 Tage bis beide zusammen im Nest schlafen, das Kleine sich frei bewegen kann und alles ruhig ist. Das ist der normale Verlauf und sollte nicht unterbunden werden.
      • Schlafen beide zusammen im Nest, kann man langsam das Gehege einrichten und die Vergesellschaftung ist geglĂŒckt. Aber Vorsicht, wenn das Kleine in die PubertĂ€t kommt, kann es wieder knifflig werden.
      • LĂ€sst das erwachsene Tier das Jungtier nie in Ruhe, zeigt stĂ€ndig aggressives Verhalten bzw. wird es nur noch gejagt auch nach Stunden, sollte die Trenngittermethode verwendet werden.
      Trenngittermethode (Erwachsene Rennmaus mit erwachsener Rennmaus)

      Die artgerechte Methode:

      Vorbereitung

      Trenngitter
      Dieses sollte optimal aus einem engmaschigen Draht oder doppelter Hasendraht bestehen. (Bei zu großen Löchern können sie sich gegenseitig verletzen!) Am einfachsten ist es das Gitter auf einem Holzrahmen zu befestigen. Man kann das Trenngitter, wenn man die Maße knapp berechnet einfach ins Aquarium einklemmen. Oder man befestigt StandfĂŒĂŸe.

      Vergesellschaftungsgehege
      Das Gehege in der die Vergesellschaftung stattfinden soll, sollte nicht großer als 100cmx50cm und nicht kleiner als 60x50cm sein. Das Trenngitter wird in so der Mitte platziert, dass die MĂ€use keines Falls auf die andere Seite kommen. Beide gleichgroßen Bereiche sollten nur mit 5cm frischem Einstreu gefĂŒllt sein. Man bietet ihnen am besten viele KĂŒchenrollen und unbedrucktes Papier/Karton oder Äste zum Nagen an. Auch etwas Stroh und KĂŒchenpapier zum Nestbau nicht vergessen. Einen Wassernapf, eine Flasche oder frische Gurke sollte auch zur VerfĂŒgung stehen. SandbĂ€der kann optional angeboten werden. Es sollten aber auf beiden Seiten identische sein. Sonst keine Einrichtung und keine Verstecke!

      Ablauf

      Nun dĂŒrfen die MĂ€use möglichst zeitgleich in ihre Abteile. GefĂŒttert wird immer so, dass die Nahrung am Trenngitter liegt. Somit „mĂŒssen“ sie gemeinsam fressen. Nun muss man beobachten, wie sie sich verhalten.

      Aggressionszeichen am Trenngitter:

      • Knirschen sie mit den ZĂ€hnen?
      • Nagen sie vehement und wild an dem Trenngitter (Nicht zu verwechseln mit Langweile, das ist meist etwas ruhiger)?
      • Wedeln sie mit dem Schwanz?
      • Das Nest wird sofort nach dem Einsetzen zerstört - kann aber auch andere GrĂŒnde (wie zB. nicht aggressives Verhalten) sein --> dies ist jedoch oft schwer feststellbar!

      Diese zeigen uns, dass die Beiden noch getrennt bleiben mĂŒssen.

      Man tauscht die Tiere 1-2x mal tÀglich zwischen den Bereichen. Die ersten zwei Tage tausche ich 1x, da sie da noch oft sehr gestresst sind. Dann erhöhe ich auf 2x. Es wird immer geraten sie nie lÀnger als 7 Tage so am Trenngitter zu lassen!

      Sind alle Anzeichen nicht mehr zu erkennen und wird friedlich am Trenngitter geschnuppert oder sich einfach ignoriert, kann man die ZusammenfĂŒhrung wagen.

      Tipp: Tritt dieses Verhalten schon vor 7 Tage ein, kann man auch schon frĂŒher beginnen, ich finde aber 4 Tage sind Minimum 😉

      ZusammenfĂŒhrung:

      Ab hier gehen die Meinungen in völlig verschiedene Richtungen. Ich zeige euch nun drei Möglichkeiten.

      1. ZusammenfĂŒhrung in dem Vergesellschaftungsgehege
      Wir haben nun einen Gruppengeruch kĂŒnstlich erzeugt, indem wir sie stĂ€ndig getauscht haben. Die ZusammenfĂŒhrung im Vergesellschaftungsgehege zu machen, hat folgende Vorteile: Die GerĂŒche mischen sich direkt, es ist enorm stressfrei, da man ja einfach das Trenngitter heraus nimmt. Nachteil ist, dass es wenig Platz gibt.

      2. ZusammenfĂŒhrung in großem Gehege
      Beide MÀuse werden gleichzeitig in ein neues Gehege gegeben, in welchem auch 5 cm Streu ist. Das Streu im Vergesellschaftungsgehege wird dazu gemischt. Es befindet sich hier auch ein Laufrad und ein HÀuschen mit zwei EingÀngen oder ein Hochstand. Vorteil, es ist mehr Platz und Möglichkeit sich zu verstecken, aber auch zu jagen.

      3. ZusammenfĂŒhrung in der Badewanne (neutraler Boden)
      Habe ich am wenigsten gemacht, muss ich zugeben. Das Argument dafĂŒr ist, dass hier gar keine GerĂŒche vorhanden sind und beide sich somit ohne Streu kennenlernen. Vorteil, es dauert meist lĂ€nger bis gestritten wird, Nachteil ist, dass es sehr stressig fĂŒr die Tiere ist. Auch hier kann eingerichtet werden wie im großen Gehege.

      Egal fĂŒr welche ZusammenfĂŒhrung ihr euch entscheidet, diese Dinge mĂŒsst ihr jetzt beachten:

      • Handschuh und Karton bereithalten
      • Ausweichgehege oder Transportbox bereit stellen
      • MĂ€use in entfernte Ecken und möglichst zeitgleich zusammenfĂŒhren

      Erstes Beschnuppern

      Beim ersten Beschnuppern stellen sich viele RennmĂ€use auf ihre Hinterbeine und fangen an zu boxen. Dann wird oft gejagt und eine Maus nach unten gedrĂŒckt oder bestiegen. Das alles sollte man nicht unterbrechen, da dies dazu dient die Rangfolge zu bestimmen. Normalerweise vergeht dieses Verhalten nach ein paar Stunden.

      „KnĂ€ueln“

      Manchmal wird aber gegenseitig aufgebĂ€umt - also wie ein U entgegengestellt. Dann kommt es zum KrĂ€ftemessen, sie bilden eine Kugel. Dies nennt man auch „knĂ€ueln“. Jetzt ist genaues Hinsehen wichtig: Löst sich das KnĂ€uel gleich wieder auf, ist das nicht weiter schlimm. Eine Maus hat nun in der Regel Angst und unterwirft sich, indem es nun der anderen Maus ausweicht und weglĂ€uft.

      Beissen

      HĂ€lt der KnĂ€uel aber lĂ€nger als 5 Sekunden und wird gebissen, muss man eingreifen! Hier an den Handschuh denken! Niemals mit der bloßen Hand hineingreifen, RennmĂ€use sind hier instinktgetrieben, heißt sie erkennen in diesem Moment die Hand als Feind, egal von wem!

      Jagen

      Hier gelten die Regeln wie bei der Jungtiervergesellschaftung. Das Jagen bestimmt die Rangordnung, somit wird sich eine Rennmaus ein sicheres Platzl suchen. LÀsst die andere Rennmaus auch nach Stunden nicht ab oder fÀngt an die Rennmaus zu verletzen, muss auch hier getrennt werden.

      Beruhigung

      Die letzte Phase setzt sich meist so zusammen, dass viele MÀuse sich erst mal getrennte SchlafplÀtze suchen und dies auch einige Tage so sein kann. Eine Maus darf erst mal kein Laufrad benutzen ect. Die dominante Maus putzt die andere Maus vielleicht sogar, wenn sie zusammentreffen. Es wird dabei wild gepiept. Auch wird hier oft aufgeritten.

      Geschafft!

      Verhalten sich die MĂ€use ruhig und eine Begegnung lĂ€uft flĂŒssig ab, ohne lange inne zu halten, kann man langsam das Gehege anfangen weiter einzurichten. Jeden Tag eine Sache: mehr Einstreu, VergrĂ¶ĂŸerung des Geheges oder ein Einrichtungsgegenstand. Ist der Normalzustand wieder hergestellt, kann man die VG als geglĂŒckt betrachten 😉

      Nicht geschafft!

      Mussten die RennmÀuse getrennt werden, gibt es diese Möglichkeiten:

      • Man belĂ€sst es dabei und sucht fĂŒr beide einen neuen Partner
      • Man gönnt ihnen eine Pause von 2 Wochen getrennt voneinander (getrennte Gehege, nicht am Trenngitter) und beginnt von neuem. Klappt es ebenfalls nicht, bitte nicht mehr versuchen.
      • Man lĂ€sst die Vergesellschaftung von jemand anderen durchfĂŒhren (Ich biete zum Beispiel so einen Service an)

      Verletzung

      Wurde eine Rennmaus verletzt, mĂŒssen zuerst ihre Wunden verheilt sein, bevor sie wieder neu vergesellschaftet werden können. Wunden schauen oft schlimm aus, heilen bei RennmĂ€usen in der Regel aber sehr schnell und mĂŒssen nicht zwingend untersucht werden (Schwanzverletzungen, Hautverletzungen usw.) - verhaltet sich die Maus aber auch nach einem Tag immer noch apathisch oder entzĂŒnden sich die Wunden, schnell zum Tierarzt!

      Tipp: Die MĂ€use sollten verletzt immer auf KĂŒchenpapier und ohne Sandbad sitzen, damit kein zusĂ€tzlicher Schmutz in die Wunde kommt.
      Beachte auch hier bitte: Keine Rennmaus ist böse, es sind komplexe Verhalten, die sich die Tiere angeeignet haben um in freier Wildbahn zu ĂŒberleben. Meistens geht es ums Revier und die andere Maus zu verscheuchen - diese kann aber in einem Gehege nicht flĂŒchten.
      WICHTIG: RennmĂ€use sollten nie ihr Leben am Trenngitter fristen mĂŒssen! Das ist kein Ersatz fĂŒr Sozialkontakt, sondern reine Folter fĂŒr die Tiere. FĂŒr sie wohnt ihr Konkurrent direkt nebenan und sie können mit ihm nie wirklich agieren, weder friedlich noch aggressiv. Dies frustet die Tiere fĂŒrchterlich und vielen Haltern ist das gar nicht bewusst!

      Die folgende Methode sollte nur angewendet werden, wenn andere Methoden nicht geklappt haben.

      Großraummethode „Zimmermethode“

      Interessante Methode fĂŒr erfahrene Halter:

      Vorbereitung

      Die MĂ€use saßen vorher 3 Tage am Trenngitter. Benötigt werden ein großer Raum und viel Zeit. Eventuell ein Badezimmer in denen die MĂ€use nirgends unter der Einrichtung verschwinden können. Laufrad, großes Sandbad mit viel Platz, ein SchlafhĂ€uschen mit zwei EingĂ€ngen und ein großes Versteck mit zwei offenen Enden dĂŒrfen nicht fehlen. Stellenweise muss man Hanfmatten unbedingt auflegen, weil der Boden sonst zu kalt ist! Man platziert alles in eine Ecke, macht das SchlafhĂ€uschen ganz gemĂŒtlich, das Versteck lĂ€sst man eher unfein, also ohne viel Nistmaterial.

      ZusammenfĂŒhrung:

      Die RennmĂ€use werden zeitgleich und in verschiedenen Ecken laufen gelassen. Nun haben sie Zeit den Raum zu erkunden. Beim ersten Zusammentreffen wird oft wird etwas gejagt oder auch geknĂ€uelt. Meistens aber nicht lange, denn eine Maus flĂŒchtet panisch. Dauert das KnĂ€uel lĂ€nger als 5 Sekunden muss man mit dem Handschuh eingreifen. Normalerweise beruhigt sich das Ganze aber mit der Zeit. Wichtig ist, dass sie die ganze Zeit unter Beobachtung stehen. Wird das Verhalten aggressiver als anfangs, muss sofort abgebrochen werden. Nach etwa 2 Stunden werden die MĂ€use weniger aktiv, sie jagen sich nicht mehr so lange und suchen sich einen Schlafplatz. Meistens wird anfangs noch ein MĂ€uschen verscheucht, aber mit Geduld schlafen beide irgendwann zusammen im HĂ€uschen. Dies kann auch mal ein paar Stunden dauern. Wachen jedoch beide gemeinsam wieder auf reagieren sie schon ganz anders aufeinander. Viel gelassener.

      Erst wenn die Begegnung zwischen den MĂ€usen "flĂŒssig" lĂ€uft, also dass beide nur kurz schnuppern und wieder weitergehen, kann man anfangen den Bereich mit Einrichtung von dem Ohne trennen. Dies macht man am besten mit einem Gitter oder einer Wand aus Spanholz/Plexiglas ect. Man beobachtet sie wieder eine Wachphase, lĂ€uft dies wieder wie gewohnt friedlich ab, setzt man beide Tiere gemeinsam mit dem HĂ€uschen, Laufrad, Sandbad und Hanfmatten in das saubere Gehege, das sie zusammen bewohnen sollen. Normalerweise sollte auch dies ohne Probleme funktionieren. Somit kann man weiter verfahren wie bei einer gelungenen ZusammenfĂŒhrung am Trenngitter. Wenn nicht, sollte man die beiden trennen und keinen zweiten Versuch mehr starten, da diese Methode viel Stress bedeutet und zu lange dauern wĂŒrde.

      Der große Vorteil dieser Methode:

      Was passiert?

      Das Verfahren ist zwar umstĂ€ndlich, aber es ist dem natĂŒrlichen Verlauf einer VG am nĂ€chsten. Die Tiere nĂ€hern sich auch dort in einem grĂ¶ĂŸeren Arial und können sich so langsam aneinander gewöhnen.

      Bei der ersten Begegnung kristallisiert sich meistens auch ein dominanteres Tier heraus. Jetzt kommt aber der große Vorteil: Die Verfolgungsjagd dauert nicht lange, da der JĂ€ger meistens vorher abgelenkt wird.

      Er merkt entweder die schwĂ€chere Maus will wirklich flĂŒchten oder durch die verschiedenen Hindernisse verliert sich einfach der Blickkontakt. Die Dominante wird die Ecke in dem Versorgungsbereich fĂŒr sich beanspruchen und die andere Maus auch erstmals nicht herkommen lassen. Erschöpft von den vielen EindrĂŒcken und dem Herumrennen (eventuell sogar im Laufrad) wird sich die dominante Maus im gemĂŒtlichen HĂ€uschen schlafen legen. Die andere will es verstĂ€ndlicherweise auch kuschlig und schön haben. Hat das MĂ€uschen die Angst ĂŒberwunden, kann es sich meistens dann einfach unauffĂ€llig mit ins HĂ€uschen kuscheln. Dort wird dann kurz wild gepiept und sich gegenseitig geputzt. Manchmal dauert es noch ein bisschen aber es ist bei weitem nicht mehr aggressiv. Nur ungewohnt fĂŒr beide. Es kann vorkommen, dass das nicht dominante MĂ€uschen, dann doch lieber in ein anderes Versteck geht. Aber spĂ€testens beim nĂ€chsten Schlaf funktioniert es bestimmt. Ein SchlĂ€fchen zusammen ist wie ein neuer Abschnitt im MĂ€useleben. Vielleicht sind sie anfangs noch bisschen forsch zueinander, aber ab jetzt sind sie schon ein kleines Team.

      Vergesellschaftungs „NO-GOs“

      Das solltest du auf keinen Fall tun:

      EinsprĂŒhen mit Deo, Einreiben mit Öl oder sonstige Hilfsmittel:

      Sehr gerne im GeschĂ€ft empfohlen. Man soll die Tiere einsprĂŒhen, damit sie alle gleich riechen! Klingt ja mal nicht ĂŒbel - außer, dass die DĂ€mpfe die empfindlichen Lungen und Augen der Tiere stark reizten. Zudem hĂ€lt der Duft nur die ersten 30 Minuten, danach herrscht Krieg und das oft tödlich.

      Panikmethode im Wasser

      RennmĂ€use in volle Badewanne geben und darin schwimmen lassen. Den Rest könnt ihr euch vielleicht eh denken: Durch die Panik sollen sie die Aggressionen vergessen. Dieser Effekt hĂ€lt meistens zwar etwas lĂ€nger an, nur die Vergesellschaftung ist falsch abgeschlossen und die Harmonie, die Einzug halten sollte bleibt aus. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine LungenentzĂŒndung viel zu hoch.




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