Anschaffung

    Was spricht fĂŒr die Haltung von RennmĂ€usen?

    Was spricht dagegen?

  • Benötigen wenig Platz im VerhĂ€ltnis zu anderen Nagern
  • Auch gegenĂŒber kleinen Tieren trĂ€gt man eine Verantwortung, Tierarztkosten können sehr hoch werden
  • GĂŒnstige Erhaltungskosten (etwa 10€ im Monat)
  • Sie sind hauptsĂ€chlich Beobachtungstiere, nicht alle werden handzahm
  • Bei artgerechter Haltung und Wechseln des Sandbades, muss man nur etwa alle 6-8 Monate das Gehege reinigen
  • Man muss jederzeit damit rechnen, dass die Tiere untereinander streiten können.
  • Stinken nicht penetrant, da der Urin keine Duftstoffe wie bei anderen Nagern enthĂ€lt. Sie haben eine DuftdrĂŒĂŸe am Bauch, diese Markierungen riechen wir nicht.
  • Im Urlaub muss eine Betreuung gefunden werden
  • Tag/Nachtaktiv: Etwa 2 StĂŒndiger Rhythmus und dabei sehr aktiv.
  • Anschaffungskosten belaufen sich je nachdem zwischen 100 – 200€
  • Man kann sie sehr leicht beschĂ€ftigen: KĂŒchenrollen, Kartons oder Äste aus dem Garten werden mit Herzblut zerstört
  • Rechnen zu mĂŒssen eine Maus abzugeben oder eine neue Maus aufzunehmen da sie nicht alleine gehalten werden dĂŒrfen
  • Tolle Beobachtungstiere

Allgemeine Fragen zur Anschaffung

Wie viele MĂ€use?
RennmÀuse werden ohne Ausnahme gleichgeschlechtlich zu zweit gehalten. Warum dies so ist, erklÀre ich im Punkt Soziales und Lebenszyklus.
MĂ€nnchen oder Weibchen?
Ob zwei MĂ€nnchen oder zwei Weibchen ist Geschmackssache!

Leider wird die Rennmaus oft mit der Farbmaus verwechselt. Deswegen meinen noch viele, dass zwei RennmausmĂ€nnchen sich auf Dauer nicht mögen können... Das stimmt hier Gott sei Dank nicht! Bei RennmĂ€usen spielt es keine Rolle welches Geschlecht man zusammen hĂ€lt. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass mĂ€nnliche Tiere um einiges ruhiger sind als Weibliche, da diese alle 3 Tage hitzig werden. Es ist lediglich eine Geschmackssache, lieb haben sich beide genau so gern. Auch wegen dem Geruch gibt es keine Unterschiede, denn die MĂ€uschen markieren - egal ob Weiblein oder MĂ€nnlein - mit ihrer DuftdrĂŒse am Bauch. Sie reiben diese an GegenstĂ€nde und Ecken, wir riechen das aber praktischerweise so gut wie nicht!
Wie alt?
FĂŒr AnfĂ€nger rate ich immer MĂ€use aufzunehmen, die ĂŒber 1,5 Jahre alt sind, um die schwierige Zeit zu ĂŒberspringen. (Da RennmĂ€use ĂŒber 5 Jahre alt werden können und dies sehr variiert, ist es meist nicht riskanter als Jungtiere zu nehmen.)

Auch MĂ€use mit Altersunterschied sind stabiler und meist einfacher zu halten. Zwei gleichaltrige Geschwister sind eher kompliziert, da diese gemeinsam in die Flegelphase mit 6 Monaten kommen. RennmĂ€usen ist die Verwandtschaft egal 😉 RennmĂ€use sollten bei Abgabe immer ĂŒber 12 Wochen alt sein, falls kein erwachsenes Tier dabei ist!
Woher bekomme ich RennmÀuse?
Tierheim, Pflegestelle, gute ZĂŒchter, Vermehrer oder Zoohandlung
Woher bekomme ich gesunde RennmÀuse?
Tierheime und Pflegestellen fĂŒhren meist tierĂ€rztliche Untersuchungen durch, die MĂ€use werden auch schon sozial stabil abgegeben. Auch seriöse ZĂŒchter achten auf gesunde MĂ€use und schauen, welche spĂ€ter gut zusammenpassen.
Zoohandlungen sind so gut wie keine empfehlenswerte Anlaufstelle. Die MĂ€use werden in Massen gezĂŒchtet, die Tiere sind gerne parasitĂ€r und genetisch vorbelastet. Oft werden auch Gruppen von 3 und mehr Tieren angedreht. Leuten wird eingeredet, dass die Tiere von einem tollen ZĂŒchter in der NĂ€he stammen -> LĂ€sst euch Bilder und Infos geben, wenn die Zucht so toll ist, sollte das doch kein Problem sein?
Mein Tipp: Immer zuerst zum Tierarzt gehen, wenn man hier Tiere kauft. Bevor man sie ins neue Gehege setzt, sollten sie keine Parasiten haben, sonst kann man das neu eingerichtete Gehege wieder erneuern und der Frust sitzt tief.

Wie erkenne ich einen guten ZĂŒchter von einem „Vermehrer“?

Gute ZĂŒchter:
  • Haben eine Homepage oder sind offiziell im Internet vertreten (Ja das ist heutzutage einfach so, wenn man Tiere mit Liebe zĂŒchtet.)
  • Sind behördlich gemeldet
  • Zeigen gerne Bilder ihrer Gehege und MĂ€use
  • Haben nur wenige WĂŒrfe und können nicht immer Tiere anbieten
  • Halten und ernĂ€hren ihre MĂ€use artgerecht
  • Beraten gerne und sind auch bei Problemen erreichbar
  • Geben Jungtiere zusammen nur zu zweit mit 12 Wochen ab
  • Kennen die FarbschlĂ€ge beim richtigen Namen und haben Ahnung von Genetik
  • Fragen nach eurer Haltung und geben Tipps
  • WĂŒrden ihre Tiere nie in eine Zoohandlung zum Verkauf geben
Statement von mir: Bei der Anschaffung muss man genug Zeit einrechnen. Es sind fĂŒhlende Lebewesen und sie sollten keine sofort verfĂŒgbare Ware sein. Ich persönlich finde, dass dies auch fĂŒr Kinder ein wichtiger Grundstein im Umgang mit Tieren ist 😉

Gesunde RennmÀuse vor der Aufnahme erkennen

In vielen Ratgebern wird das als recht einfach dargestellt: Man achte auf sauberes Fell und trockene Augen, AktivitÀt des Tieres usw.

Klar, das sind Hinweise, dass das Tier augenscheinlich gepflegt ist, aber gesund?

Bei RennmÀusen sind eine Erkrankung oder ein Parasitenbefall teilweise nur feststellbar, wenn der Verlauf schon weit fortgeschritten ist.

Sie sind kleine KĂ€mpfer und zeigen ihre Schmerzen und Unwohlsein erst ganz spĂ€t. Somit kann man kaum erkennen, ob RennmĂ€use unter Parasiten leiden oder eventuell schon eine angehende LungenentzĂŒndung haben. Die MĂ€use bekommt man zudem als Abnehmer erfahrungsgemĂ€ĂŸ erst dann zu Gesicht, wenn sie gestresst sind. Das Verhalten und die AktivitĂ€t sind dadurch unmöglich zu kontrollieren, denn mit dem Hormon Adrenalin zeigen sich mögliche Symptome noch weniger.
Man kann also eigentlich nur dem VerkÀufer oder dem Vermittler vertrauen! Auf Grund dessen sind seriöse Anlaufstellen so wichtig.
Aus meiner persönlichen Erfahrung habe ich oft mitbekommen, dass einige Leute bewusst kranke Tiere kaufen, um ihnen zu helfen. Der Hintergedanke ist tierlieb, aber eine Rennmaus (meistens sind es auch noch Jungtiere) in so einem spÀten Stadium zu retten, ist beinahe unmöglich und teuer. Viele wissen gar nicht auf welche Kosten und tatsÀchliche Arbeit sie sich einlassen. Besonders, wenn man sich dann auch noch Parasiten eingeschleppt hat. Mit dem Kauf des Tieres, hilft man also indirekt dabei, dass noch mehr kranke Tiere verkauft werden können.

RennmÀuse und Kinder

Bei diesem Punkt gehen viele Meinungen auseinander, ich kann mich aus persönlicher Erfahrung dafĂŒr aussprechen. Meine ersten RennmĂ€use hatte ich auch in meiner Jungend und ich bin froh darĂŒber, auch wenn ich selbst anfangs viel falsch gemacht habe 😉

Jedoch möchte ich jetzt nicht den Eindruck erwecken, es seien Spielzeuge oder die Kinder können sich ganz allein um die Tiere kĂŒmmern.

FĂŒr Kinder ab 6 Jahren sind es großartige Beobachtungstiere, fĂŒr die man schöne Gehege einrichten kann und ihnen jederzeit leicht etwas basteln kann. Im Gehege wird es also nie langweilig, da sie gerne bauen und von Natur aus neugierig sind. Ihr 2-StĂŒndiger Rhythmus ist dafĂŒr ebenfalls ideal, sie sind auch zu Zweit und ihr Verhalten ist interessant anzuschauen.
Im Alltag sind sie recht pflegeleicht, Kinder können lernen erste Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Aufgaben wie beispielsweise sie zu fĂŒttern, Wasser und Sandbad zu wechseln oder beim Ausmisten helfen. Als Erwachsener hat man den Auftrag dies auch immer zu ĂŒberwachen 😉
Beachtet man die Regeln im Umgang, lernt man auch schnell wie RennmĂ€use anzufassen sind. Sie sind beim Handling natĂŒrlich nicht so robust wie ein Kaninchen aber auch nicht ganz filigran wie FarbmĂ€use oder Hamster. Man muss das Kindern behutsam lernen, aber bei den Kids, die bis jetzt bei mir in der Station waren, hat es immer super geklappt 😉
Die Lebenserwartung ist auch immer ein heikles Thema, da finde ich aber RennmĂ€use eben daher fein, dass sie durchschnittlich Ă€lter als FarbmĂ€use und Hamster werden, jedoch auch die Haltung nicht so lange dauert wie bei Kaninchen oder im Extremfall Chinchillas. Man beachte aber die „Rennmausspirale“!

  • FĂŒr KleinkinderhĂ€nde sind RennmĂ€use nicht geeignet, da sie sehr flink sind und Kinder mit diesem Alter noch nicht motorisch den richtigen Druck einschĂ€tzen können.
  • RennmĂ€use brauchen viel Geduld im Umgang, es sind keine Streicheltiere
  • Erwachsene mĂŒssen besonders bei Themen wie Vergesellschaftung und Krankheiten fĂŒr ihre Kinder und Jugendlichen da sein
  • Eine verletzte Maus aufzufinden, gehört bei der Haltung gelegentlich dazu
  • Erwachsene ĂŒbernehmen immer die volle Verantwortung ĂŒber die Tiere

Zoohandlungen

BERATUNG VOM ZOOFACHHÄNDLER UND DEREN WEBSEITEN
Ja auch ich bin darauf reingefallen, sie haben‘s ja gelernt – warum falsche Infos weitergeben? Anders als oft von den Konzernen behauptet wird, haben nur ein kleiner Teil der Berater eine wirkliche Ausbildung, die meisten kommen aus dem Einzelhandel und hatten bis jetzt nicht viel mit Tieren am Hut – eine lĂ€ngere Einschulung ist zu teuer, da viele nicht lange dort bleiben. Es geht darum gut zu verkaufen, nicht was fĂŒr die Tiere von Vorteil ist. Sie selbst haben die wenigsten Tiere daheim gehalten – eh verstĂ€ndlich, haben aber daher kaum Praxiswissen. Hinterfragt immer eine Beratung und vertraut nicht blind darauf!

Kommentare